Reise Mountainbike, Topmeldung
Mehr als Military: Singletrails im Verbund-Gebiet »Dolomiti Lagorai Bike«
29.07.2011, 06:24Günter Kast und Sandra Urbaniak
0 Kommentare bisherDie Gebirgszüge und Täler des Trentino östlich der Etsch sind bekannt für ihr engmaschiges Netz an Militärwegen. Wer sich einem ortskundigen Guide anschließt, kann im Verbund-Gebiet von »Dolomiti Lagorai Bike« jedoch auch feine Singletrails unter die Stollenreifen nehmen.
»Monte Panna Cotta klingt sehr gut und so richtig nach Italien«, rufen wir Bert erfreut zu. »Nein, nein – nicht Panna Cotta, sondern Monte Panarotta«, korrigiert er. Obwohl die Trails dort oben in der Tat erste Sahne seien, wie er lächelnd nachschiebt.
Bert Houtenbos muss es wissen. Der Niederländer lebt schon lange im Valsugana, seine Freundin Tamara ist zur Hälfte Italienerin. Beide führen sie Biketouren in den umliegenden Bergen und kennen die Region wie ihre Satteltasche. Dennoch sind wir skeptisch, als wir die geplante Tour auf der Karte studieren. Eigentlich wollten wir direkt in Levico Terme im Valsugana mit den Rädern starten, um uns auf den Serpentinen hinauf nach Vetriolo Terme warm zu fahren und ein bisschen Höhenmeter zur Vorbereitung auf unseren Alpencross zu sammeln. Bert möchte lieber den Wagen benutzen und die Tour gleich dort oben auf 1.500 Metern starten.
Zwei Stunden später hat er unser Vertrauen gewonnen. Denn inzwischen haben wir eine 20 Prozent steile Rüttelpiste hinter uns und sind froh, dass wir noch Kraft in den Beinen für die Singletrails haben, die uns Bert als Belohnung verspricht. Tatsächlich geht es nun in abwechslungsreichem Auf und Ab durch die Wälder und Wiesen an den Hängen des Monte Panarotta. Wir umrunden den Berg fast ausschließlich auf wunderbar flowigen Trails – nicht zu leicht, nicht zu schwierig, sondern gerade recht.
Spätestens bei der Rast im Agritur Rincher mit selbstgemachter Pasta und anderen Trentiner Spezialitäten müssen wir gleich zwei Vorurteile revidieren. Erstens: Es gibt hier im südlichen Trentino beileibe nicht nur Militärpisten aus dem Ersten Weltkrieg zu entdecken, sondern auch jede Menge feiner Singletrails. Man muss sie nur finden. Zweitens: Niederländer können nicht nur mit dem Rennrad geradeaus fahren, sondern sind auch im verblockten Gelände und auf tückisch-nassen Wurzeln echte Cracks.
Anderntags zeigt uns Bert ein weiteres Juwel seiner zweiten Heimat: den Kaiserjägerweg aus dem Ersten Weltkrieg, der auf die Hochebene der »Sette Communi«, der Sieben Gemeinden, hinauf führt, wo der Gebirgskrieg zwischen 1914 und 1918 besonders heftig tobte.
VeloTotal TV »Magazin #2« mit Johannes Fischbach
(15.05.13)Die neue Web-TV-Sendung rund ums Fahrrad: In unserer zweiten Ausgabe haben wir Downhill-Profi Johannes Fischbach zu Gast. Wir stellen euch das Merida...
mehr lesen